Beitrag Hansen

Untersuchung des Transfers von polychlorierten Dibenzo-p-Dioxinen und polychlorierten Dibenzofuranen aus Dachbodenstaub in die darunterliegenden Wohnungen.

D. Hansen

ZUSAMMENFASSUNG:

In der hier vorliegenden Studie wurde der Transfer eines mit polychlorierten Dibenzo-p-dioxinen (Dioxinen) und polychlorierten Dibenzofuranen (Furanen) belasteten Dachbodenstaubes in die darunterliegenden Wohnungen untersucht. Die Belastung des Dachbodenstaubes stammt aus einer jahrelangen Deposition dioxin- und furanhaltiger Staubpartikel von einem nahe gelegenen Emittenten. Dieser Emittent war zum Zeitpunkt der Studie schon seit einiger Zeit saniert.
Die Untersuchung des Dachbodenstaubes ergab, daß dieser sehr hoch mit Dioxinen und Furanen kontaminiert war.
Die Hausstaubproben in den darunterliegenden Wohnungen waren im Vergleich zum Dachbodenstaub um den Faktor 1000 geringer belastet, wobei aufgrund einer im wesentlichen ähnlichen Kongenerenverteilung auf eine gleiche Quelle geschlossen werden kann.
Die Innenraumluftmessungen weisen zwar im Vergleich zur Aussenluft höhere Gehalte an Dioxinen und Furanen auf, aber sie befinden sich in den für Städte typischen Bereichen und stellen damit keine außergewöhnliche Belastung dar. Die Kongenerenmuster der Außenluft und Innenraumluft sind vergleichbar und entsprechen dem Muster der Staubproben.
Um eine Aussage über das Transportverhalten partikelgebundener Dioxine und Furane zu machen, wurde der Staub in unterschiedliche Partikelgrößen fraktioniert. Diese Fraktionierung erfolgte einmal vor Ort und einmal im Laborversuch. Innerhalb der verschiedenen Partikelgrössen sind keine signifikanten Unterschiede der Gehalte an Dioxine und Furane nachweisbar, d.h. daß für eine eventuelle Kontamination die Partikelgrösse des Staubes nicht relevant ist. Insgesamt werden im Laborversuch jedoch bedeutend höhere Konzentrationen als im Versuch vor Ort gemessen. Beim Versuchsaufbau im Labor wurden auch schwere Staubanteile aufgewirbelt.
Der inhomogene Dachbodenstaub wurde durch Sedimentation mit Wasser in einen schweren und einen leichteren Anteil aufgetrennt. Der schwere Anteil enthielt hauptsächlich mineralische Bestandteile und der leichte vorwiegend organische Anteile. Bei dieser Untersuchung konnte festgestellt werden, daß die schweren Anteile des Staubes höher belastet waren, d.h. die Dioxine und Furane finden hier eine höhere Adsorptionsmöglichkeit.
Zur Simulation der im Sommer auf Dachböden auftretenden erhöhten Temperaturen wurde in einem Versuch die Ausgasung von Dioxinen und Furanen aus Staub bei 60°C bestimmt. Die Ausgasung war nur sehr gering, und es wurde ein im Vergleich zu den Staub- und Innenraumluftproben andersartiges Kongenerenmuster gefunden. Daraus kann geschlossen werden, daß aufgrund von Ausgasungen bei erhöhten Temperaturen kein signifikanter Transfer der Dioxine und Furane stattgefunden hat.
Da die Verteilung der belastungstypischen Leitkongeneren von Dachbodenstaub, Hausstaub, Innenraumluft und Aussenluft vergleichbar sind, ist eine endgültige Aussage über den Transfer des belasteten Dachbodenstaubes nicht möglich. Es kann jedoch festgestellt werden, daß bei einem relevanten Transfer des hoch belasteten Dachbodenstaubes eine bedeutend höhere Kontamination der Hausstaubproben zu erwarten wäre.

 


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