Aufgaben und Arbeitsgebiete

Der Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart obliegen insbesondere folgende Aufgaben:
  • Forschungs- und Entwicklungsarbeiten im Bereich:  
    - der Werkstoff- und Bauteilprüfung,  
    - Werkstoffentwicklung und -optimierung,  
    - Bauteilsicherheit und -auslegung;

  • Kooperation mit der Industrie, speziell im Bereich KMU in den Arbeitsfeldern Technologietransfer wie z. B. Schadensverhütung, moderne Berechnungsmethoden, beanspruchungsgerechte Werkstoffauswahl, werkstoffgerechte Fertigungsmethoden;

  • Konformitätsprüfungen mit bestehenden Regelwerken und Richtlinien, Zertifizierung von Produkten;

  • Mitarbeit in Normen- und Sachverständigenausschüssen, Unterhaltung von DKD-Stellen;

  • Mitarbeit in der Lehre.

Als technisches Dienstleistungsunternehmen ist die Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart ein kompetenter Partner der Wirtschaft, der in der Lage ist, individuell zugeschnittene Problemlösungen aus einer Hand anzubieten. Außerdem führt die MPA experimentelle Arbeiten für Universitätsinstitute durch und stellt der Fakultät für „Maschinenbau“ und "Bau- und Umweltingenieurwissenschaften" ihre technischen Einrichtungen für die Ausbildung von Studenten zur Verfügung. Über diese Zusammenarbeit in der Universität Stuttgart ist die MPA in die naturwissenschaftlich-technische Grundlagenforschung der Universität integriert.

Die Mitarbeiter beraten die Auftraggeber bei der Lösung technischer Probleme, z. B. bei der bauaufsichtlichen Zulassung neuer Werkstoffe und Bauarten, bearbeiten wissenschaftliche und anwendungsorientierte Forschungsprojekte, helfen bei der Produktentwicklung, erstellen Gutachten und führen Prüfungen im Rahmen der Qualitätssicherung durch. Hierzu werden modernste Prüfeinrichtungen und Methoden in Verbindung mit Großrechenanlagen eingesetzt.

Der Umfang und die Bedeutung dieser Aufgaben, nicht zuletzt auch im Hinblick auf Entscheidungshilfen für Behörden der Länder und des Bundes in Genehmigungsfragen in Zusammenarbeit mit den Technischen Überwachungsvereinen, erfordern eine intensive nationale und internationale Zusammenarbeit. Die MPA ist aufgrund der Fachkompetenz ihrer Mitarbeiter in zahlreichen nationalen und internationalen Gremien vertreten und hat damit die Möglichkeit, weltweit an der Erstellung technischer Richtlinien und Normen mitzuwirken.

Als öffentlich-rechtliche Einrichtung ist die Materialprüfungsanstalt unabhängig und neutral. Aus diesem Grund werden viele Mitarbeiter der MPA in Schadensfällen von der Rechtspflege als Gutachter oder Obergutachter bestellt.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Materialprüfungsanstalt berichten im Rahmen von Vorträgen auf nationalen und internationalen Fachtagungen über ihre Forschungsarbeit und veröffentlichen die Ergebnisse in Fachzeitschriften. Ein Teil dieser Mitarbeiter nimmt Lehraufträge an der Universität wahr und leitet Fortbildungsveranstaltungen an technischen Akademien.

Mit der Einführung des Europäischen Binnenmarktes im Jahre 1993 gelten für Prüf- und Forschungslaboratorien die in der europäischen Norm DIN EN 45001 festgelegten allgemeinen Kriterien zum Betreiben von Prüflaboratorien. Mit der Akkreditierung durch die Deutsche Akkreditierungssystem Prüfwesen GmbH (DAP) wurde der MPA die formelle Anerkennung ihrer Kompetenz zur Durchführung von Prüfungen ausgesprochen. Ebenfalls akkreditiert wurde das Prüflaboratorium "Kraftfahrersicherheit" durch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA).

Die Akkreditierung als Kalibrierlaboratorium im Deutschen Kalibrierdienst (DKD) für die mechanischen Messgrößen Kraft und Druck, die Kalibrierung von Werkstoffprüfmaschinen sowie für elektrische Messgrößen ist durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) erfolgt.

Als anerkannte Prüf-, Überwachungs- und Zertifizierungsstelle für geregelte und ungeregelte Bauprodukte für ihren bauaufsichtlichen deutschen und europäischen Aufgabenbereich beim Deutschen Institut für Bautechnik (DIBt) in Berlin bzw. bei der EU in Brüssel nimmt die Materialprüfungsanstalt umfangreiche Aufgaben wahr und ihre Mitarbeiter sind in nahezu allen Sachverständigenausschüssen des DIBt vertreten.