Beitrag Volland/Krause/Hansen/Zöltzer

Organische Verunreinigungen der Innenraumluft - Grundlagen und Fehler

Gerhard Volland, Günter Krause, Dagmar Hansen, Dieter Zöltzer

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Die Konzentration von flüchtigen und schwer flüchtigen organischen Verbindungen in Innenraumluft ist das Ergebnis von komplexen Wechselwirkungen von Quellen und den jeweiligen besonderen baulichen Gegebenheiten in einem entsprechend belasteten Gebäude. Sie wird beeinflusst durch eine Reihe von Faktoren, die berücksichtigt werden müssen um vergleichbare und damit beurteilbare Daten zu erhalten. Sogar gleichartige Quellen führen in Abhängigkeit von baulichen und klimatischen Randbedingungen, sowie Lüftungsverhältnissen und Jahreszeiten zu unterschiedlichen Konzentrationen in der Innenraumluft. Innenraumluft ist ein dynamisches System, dessen Zusammensetzung grundsätzlich nicht konstant ist. Die Konzentration im Innenraum wird wesentlich von der Quellstärke und den charakteristischen Eigenschaften der Quelle bestimmt. Die Quellstärke ist eine Funktion des Diffusionspotentials und des Dampfdrucks der emittierenden Verbindung und wird dadurch von der Temperatur im Innenraum, der unter Umständen davon unterschiedlichen Temperatur der Quelle selbst und der relativen Luftfeuchte wesentlich bestimmt. Daneben ist die schwankende Verdünnung mit der Außenluft in Abhängigkeit von der durch bauliche Gegebenheiten bestimmten Luftwechselzahl und den Lüftungsgewohnheiten der Nutzer, die zudem wesentlich vom Außenklima (Wind) beeinflusst werden eine relevante Einflussgröße. Unterschiedliche Ergebnisse der Bestimmung der Raumluftkonzentrationen können im Regelfall auf diese Einflussgrößen zurückgeführt werden, wenn eine nachvollziehbare Dokumentation der Verhältnisse zum Zeitpunkt der Probenahme vorliegt. Die aus der Dynamik der Innenraumluft resultierenden Schwankungen der Ergebnisse übersteigen die Schwankungen der Verfahren (Analyse plus Probenahme) signifikant. In der Praxis sind Unterschiede zwischen zwei vorliegenden Ergebnissen von 100 % durchaus nicht unüblich. Diese unterschiedlichen Randbedingungen zum Probenahmezeitpunkt führen dazu, dass Ergebnisse ohne eine entsprechende Dokumentation der Randbedingungen prinzipiell nicht beurteilbar sind. Basis für die Vergleichbarkeit ist die Standardabweichungen von Vergleichsmessungen unter gleichen Probenahmebedingungen. Je nach Konzentrationsbereich und zu untersuchender Substanz sind für die üblichen flüchtigen und schwer flüchtigen organischen Verbindungen (Aliphate, Aromate, Ester, schwer flüchtige, persistente chlororganische Verbindungen) Schwankungen zwischen 10 und 30 % mit den gegebenen Normverfahren möglich.

 


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