Beitrag Grüner

Verfärbungseffekte auf historischen Wandmalereien, hervorgerufen durch kristallisation von Salzen

F. Grüner

ZUSAMMENFASSUNG:

Es sind weißliche und glasige Verfärbungen an Malschichtproben in Wandmalereien des Völkerkundemuseums in München und in St. Anton - Maria Himmelfahrt, Garmisch - Partenkirchen untersucht worden. Die Wandmalereien des Völkerkundemuseums aus dem 19. Jh. sind bis 1992 mit Vorhängen aus Sackleinen und Holzvitrinen verdeckt gewesen. Wassereinbrüche haben zu einer zeitweisen starken Durchfeuchtung geführt. In St. Anton in Partenkirchen sind freskale Deckengemälde ebenfalls hohen Luftfeuchtebelastungen ausgesetzt, wie mikrobiologische Bildungen (Schwarzschimmel, etc.) zeigen. Die Kirche ist nicht beheizbar.
In beiden Fällen sind durch mikroskopische und REM / EDX - Untersuchungen dichte, die betroffenen Malschichtoberflächen fast vollständig bedeckende Gipssinterbildungen festgestellt worden. Testuntersuchungen zum Nachweis von Aminosäuren als organische Bindemittelbestandteile (z.B. Kaseine, Leime) in den Malschichten verliefen negativ.
Die Farbveränderungen der dunklen Malschichtpartien werden auf die Bildung von Gipssinterschichten zurückgeführt, die durch die physiko - chemischen Eigenschaften der verwendeten natürlichen Erdpigmente stark begünstigt wurden. Erdpigmente enthalten hohe Anteile an Tonmineralen, die durch ihr gegenüber Silikatmineralen erhöhtem Adsorptionsvermögen von Feuchtigkeit und gelösten Salzen, hier Sulfate, besonders günstige Voraussetzungen für die Bildung und Verwachsung einzelner Gipskristalle in ihren Gleichgewichtsformen bilden.

 


Den kompletten Artikel kann man nur über anfordern.