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Vom 9.-14. Oktober fand das von der North China Electric Power University (NCEPU) und der Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart (MPA) gemeinsam initiierte 1. Symposium „Key Technology for 700° C Ultra-supercritical Power Generation“ in Stuttgart statt. Diese Technologien verbessern die Effizienz der Energieerzeugung, reduzieren den Steinkohleverbrauch sowie die CO2-Emissionen und sind somit ein wichtiges Instrument für eine saubere und effiziente konventionelle Energieerzeugung. Limitierender Faktor für die Entwicklung von Kraftwerken mit hohem Wirkungsgrad sind die metallischen Werksstoffe, die Temperaturen von bis zu 700° C standhalten müssen.

Über 20 Experten aus China und Deutschland trafen beim Symposium zusammen, um sich über die neuesten Erkenntnisse im Bereich der 700° C-Kraftwerke auszutauschen, mögliche gemeinsame Projekte zu diskutieren und einen langfristigen Austausch im Bereich der 700° C-Technologien zu etablieren. Im Mittelpunkt der Vorträge standen insbesondere die Themen der Werkstoffqualifikation, der Beschreibung von Phänomen des Werkstoffverhaltens, Komponententests und numerische Berechnungen.

Am 13. Oktober besuchten die Symposiums-Teilnehmer das Großkraftwerk Mannheim (GKM). Das Steinkohlekraftwerk produziert Strom für über 2,5 Millionen Menschen, Gewerbe und Industrie sowie Fernwärme für rund 120.000 Haushalte. Bei einer Führung wurden den Besuchern im neuen Block 9 die neuesten Technologien auf der Basis des Standes der Technik erläutert und die im Rahmen von Forschungsvorhaben durchgeführten Erprobungen von neuen Werkstoffen und Komponenten im Kraftwerksbetrieb.

Das Symposium trug vielfältige neue Erkenntnisse zu den obengenannten Themenstellungen zusammen. Die wissenschaftlichen Vorträge gaben dabei nicht nur neue Erkenntnisse wieder, sondern zeigten auch Forschungsbedarf vor dem Hintergrund der Anforderungen in beiden Ländern auf. Hierzu wird derzeit ein gemeinsames Forschungsprojekt zum Werkstoffverhalten und Kriech- und Kriechermüdungsbeanspruchung unter korrosiven Medien vorbereitet. Ein zweites Symposium soll im nächsten Jahr in China stattfinden.

Die Veranstaltung wurde vom Chinesisch-Deutschen Zentrum für Wissenschaftsförderung in Peking (CDZ)gefördert. Das CDZ ist eine als Joint-Venture gegründete Forschungsförderungseinrichtung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der National Natural Science Foundation of China (NSFC) mit Sitz in Peking.

Ziel ist die Förderung der wissenschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und China in den Fachgebieten der Natur-, Lebens-, Management- und Ingenieurwissenschaften.

Gruppenbild 1. Chinesisch-Deutsches Symposium